Berlin. In Nordrhein-Westfalen beginnt am 27. August das neue Schuljahr. Der SoVD nutzt diesen Anlass, um seine Forderung nach einem verpflichtenden Schulfach Medienkompetenz an allen weiterführenden Schulen zu bekräftigen. Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich im digitalen Raum, ohne ausreichend auf dessen Risiken vorbereitet zu sein. Desinformation, Hassrede, algorithmische Manipulationen und der unreflektierte Umgang mit persönlichen Daten gehören mittlerweile zum digitalen Alltag.
„Wir dürfen Kinder mit den Gefahren der digitalen Welt nicht länger alleinlassen“, erklärt SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Nicht alle Kinder profitieren durch eine Vorbildung im Elternhaus. Viele sind Desinformation, demokratiefeindlicher Hetze und KI-generierten Inhalten schutzlos ausgesetzt, ohne Anleitung, ohne Einordnung.“ Aus Sicht des SoVD braucht es deshalb ein eigenständiges Schulfach, das über technische Grundkenntnisse hinausgeht. Es soll den kritischen, verantwortungsvollen und datensensiblen Umgang mit digitalen Medien, sozialen Netzwerken und Plattformlogiken vermitteln. Nur so können Kinder und Jugendliche die Herausforderungen der digitalisierten Gesellschaft bewältigen. Außerdem wird so ihre Teilhabe an demokratischen Prozessen gesichert.
Der SoVD warnt davor, aktuelle Herausforderungen im Schulalltag ausschließlich mit restriktiven Maßnahmen wie Smartphoneverboten beantworten zu wollen. „Wir sind gegen ein Handyverbot. Verbote führen zu einer heimlichen Handynutzung. Wir brauchen einen reflektierten Gebrauch mit klaren Regeln. Nur so können Kinder digitale Inhalte verstehen, kritisch hinterfragen und selbstbestimmt nutzen“, betont Engelmeier.
V.i.S.d.P.: Constantin Schwarzer