Ein aktueller Bericht der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zeigt eine weiter zunehmende Konzentration von Reichtum an der Spitze der globalen Vermögensverteilung. Weltweit gibt es inzwischen rund 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre, deren Gesamtvermögen sich im vergangenen Jahr auf etwa 18,3 Billionen US-Dollar belief.
Seit 2020 ist dieses Vermögen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gewachsen. Allein im letzten Jahr nahm der Reichtum der Milliardäre um rund 16 Prozent zu und wuchs damit deutlich schneller als in den Jahren zuvor.
12 Menschen besitzen mehr als die halbe Weltbevölkerung
Dem rasanten Vermögenszuwachs einer kleinen Gruppe steht nach Angaben von Oxfam eine weit verbreitete Armut gegenüber: Fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt weiterhin in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen. Besonders deutlich wird die Ungleichheit an der Spitze, da das Vermögen der zwölf reichsten Menschen inzwischen größer ist als das der ärmeren Hälfte der Menschheit mit mehr als vier Milliarden Menschen.
Grundlage des Berichts sind zusammengeführte Daten unter anderem aus Vermögensrankings, der Weltbank und dem Weltvermögensreport.
Auch in Deutschland hat sich diese Entwicklung verstärkt. Die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre stieg innerhalb eines Jahres um etwa ein Drittel auf 172 Personen, womit Deutschland weltweit zu den Ländern mit den meisten Superreichen zählt. Ihr gemeinsames Vermögen wuchs inflationsbereinigt um rund 30 Prozent auf mehr als 840 Milliarden US-Dollar. Oxfam verweist darauf, dass ein deutscher Milliardär rechnerisch in weniger als anderthalb Stunden das durchschnittliche Jahreseinkommen erzielt.
SoVD: Menschen fühlen sich abgehängt
Der SoVD betrachtet die zunehmende Konzentration des Reichtums in einigen wenigen Händen mit Sorge und warnt vor den gesellschaftlichen Folgen. Die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sagt dazu: „Die Gesellschaft driftet wirtschaftlich weiter auseinander. Aus der Sozialberatung in unseren über tausend Geschäftsstellen bundesweit bekommen wir immer häufiger die Rückmeldung, dass immer mehr Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihr Leben bestreiten sollen. Dem gegenüber steht sich stetig vergrößernder Reichtum. Die Folge: Immer mehr fühlen sich schlichtweg abgehängt.“
Der SoVD fordert die Politik auf, hier entgegenzusteuern. Ansätze wären eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer oder eine Reform der Erbschaftssteuer, die auch größerer Erbschaften heranzieht.
