Im letzten Moment stimmte der Bundesrat kurz vor Weihnachten dem Sparpaket des Bundesgesundheitsministeriums zu. Etwa zwei Milliarden Euro Einsparungen sollten dadurch entstehen und den Kostendruck bei den Krankenkassen mindern.
Bundeskanzler Friedrich Merz und Gesundheitsministerin Nina Warken (beide CDU) kündigten an, dass dadurch die Krankenkassenbeiträge nicht weiter steigen sollten. Auch der GKV-Schätzerkreis kam zu dem Schluss, dass die Beiträge im Vergleich zu 2025 nicht weiter steigen sollten und ermittelte einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent. Damit läge er de facto auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr – dort wurde er allerdings auf 2,5 Prozent festgelegt; die Beiträge stiegen aber stärker.
Erhöhungen bei etwa der Hälfte der Krankenkassen
Ebenso wie 2025 erweisen sich die Ankündigungen nun als zu optimistisch. Viele Krankenkassen kündigten zum Jahresende an, ihre Zusatzbeiträge zu erhöhen. Zum 1. Januar 2026 haben bereits 42 von 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Beiträge angehoben. Im Schnitt stieg der Zusatzbeitrag, den die Kassen selbst erheben können, um 0,23 Prozentpunkte auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens an.
Nach Angaben der Krankenkassen reichen die beschlossenen Einsparungen nicht aus, um die Ausgaben stabil zu halten. Zudem müssten sie ihre Finanzreserven auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthöhe auffüllen.
Warten auf Vorschläge der Kommission
Den Zusatzbeitrag kann jede Krankenkasse selbst festlegen, er wird zusätzlich zum regulären Beitragssatz von 14,6 Prozent erhoben. Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlen jeweils die Hälfte des Beitrags. Für viele Versicherte bedeutet das zum Jahresbeginn erst einmal etwas weniger Nettogehalt.
Mit der sogenannten „FinanzKommission Gesundheit“ will die Bundesregierung Möglichkeiten erkunden, um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung dauerhaft zu stabilisieren. Die Kommission hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und soll schon in der ersten Hälfte des Jahres konkrete Vorschläge vorlegen. Der SoVD wird die Arbeit eng begleiten und sich für solidarische und zukunftsfeste Reformen der Krankenversicherung einsetzen.
